Size Zero 2.0 startet: Was Verbraucher über das neue Zehn-Wochen-Programm wissen sollten
Julian Zietlow öffnet die überarbeitete Fassung seines Heimtraining-Programms — ein nüchterner Blick auf Inhalte, Zielgruppe und die Grenzen solcher Angebote
Veröffentlicht am 30. Juli 2026

Seit dem 30. Juli 2026 ist die zweite Fassung von Size Zero verfügbar. Hinter dem Programm steht Julian Zietlow, der es nach eigenen Angaben für Frauen konzipiert hat, die zu Hause trainieren wollen. Weil Online-Fitnessangebote inzwischen einen unübersichtlichen Markt bilden, lohnt ein sachlicher Blick auf das, was tatsächlich enthalten ist — und auf das, was ein solches Angebot nicht leisten kann.
Was das Programm umfasst
Der Ablauf ist auf 70 Tage angelegt und verbindet zwei Bereiche, die in vielen Angeboten getrennt verkauft werden: Training und Ernährung. Beides ist aufeinander abgestimmt und wechselt wöchentlich. Die Ernährungspläne enthalten nach Anbieterangaben konkrete Lebensmittel- und Mengenangaben, sodass die tägliche Entscheidung, was auf den Teller kommt, entfällt.
Ausgespielt wird das Ganze über eine Web-App. Dort liegen die Trainingsvideos, dort trägt man auch seine Fortschritte ein. Eine Installation zusätzlicher Software ist damit nicht nötig, was den Einstieg für weniger technikaffine Nutzerinnen vereinfacht.
Die Trainingseinheiten sind mit 30 bis 45 Minuten angesetzt. An Ausrüstung nennt der Anbieter Kurzhanteln und eine Matte — bewusst wenig, weil das Programm für das Wohnzimmer und nicht für das Studio gedacht ist. Wer schon einmal an der Anschaffung teurer Geräte gescheitert ist, dürfte diesen Zuschnitt zu schätzen wissen.
Differenzierung nach Lebenssituation
Bemerkenswert ist die Auffächerung der Ernährungspläne. Neben Low Carb und High Carb gibt es vegane und vegetarische Varianten sowie Ausrichtungen auf Muskelaufbau beziehungsweise auf das Halten und Definieren. Neu hinzugekommen sind laut Anbieter Pläne für Schwangere, für stillende Mütter, eine naturbelassene Variante und ein zyklusorientierter Ansatz.
Gerade dieser letzte Punkt ist bemerkenswert, weil der weibliche Zyklus in Standardprogrammen bislang selten berücksichtigt wird, obwohl er Leistungsfähigkeit und Appetit messbar beeinflusst. Ob die konkrete Umsetzung überzeugt, wird sich erst im Alltag der Teilnehmerinnen zeigen — das Programm ist seit wenigen Stunden offen, belastbare Erfahrungsberichte zur zweiten Version kann es zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben.
Wichtiger Hinweis vor dem Einstieg
Unabhängig davon, wie gut ein Plan aufgebaut ist: Wer schwanger ist, stillt, Vorerkrankungen hat, Medikamente einnimmt oder längere Zeit keinen Sport getrieben hat, sollte den Einstieg vorab ärztlich abklären lassen. Ein Onlineprogramm kann eine individuelle medizinische Einschätzung nicht ersetzen und erhebt diesen Anspruch auch nicht. Das gilt für Size Zero 2.0 wie für jedes vergleichbare Angebot.
Was sich seriös nicht versprechen lässt
Der Claim des Programms nennt zehn Wochen als Zeitraum. Verbraucherinnen sollten wissen, dass sich daraus keine Zusage über ein bestimmtes Ergebnis ableiten lässt. Wie sich Körpergewicht und Körperzusammensetzung in dieser Zeit entwickeln, hängt vom Ausgangspunkt ab, vom Alltag, vom Schlaf, vom Stresslevel und vor allem davon, wie konsequent ein Plan tatsächlich umgesetzt wird. Diese Faktoren unterscheiden sich zwischen zwei Personen erheblich.
Ergebnisse, die Anbieter in der Werbung zeigen, sind Einzelfälle und individuell. Sie taugen nicht als Vorhersage für die eigene Entwicklung. Wer mit einer festen Zielzahl im Kopf startet, riskiert Frustration, selbst wenn er den Plan sauber umsetzt.
Für wen sich der Blick lohnt
Nach Einschätzung der Redaktion richtet sich das Angebot an Menschen, die weniger ein Wissensproblem als ein Strukturproblem haben. Wer bereits weiß, dass Bewegung und Ernährung zusammengehören, aber daran scheitert, das im Alltag umzusetzen, findet in einem vorgegebenen Wochenplan eine Entlastung: Die Entscheidung fällt einmal im Voraus und nicht jeden Abend neu.
Weniger geeignet ist ein Standardprogramm für Menschen mit besonderen gesundheitlichen Einschränkungen, etwa nach Operationen oder bei chronischen Beschwerden. Hier ist eine individuelle Betreuung dem Fertigplan überlegen, unabhängig von dessen Qualität.
Zur Begleitung gehören nach Angaben des Anbieters eine geschlossene Gruppe zum Austausch sowie ein Support, der Anfragen binnen 24 Stunden beantworten soll. Erfahrungsgemäß ist genau dieser Punkt bei Onlineprogrammen entscheidend: Wer bei einer unklaren Übungsausführung niemanden fragen kann, bricht schneller ab.
Offenlegung: Dieser Beitrag enthält einen Partnerlink. Bei einem Kauf über diesen Link erhält der Herausgeber eine Provision, für Leserinnen und Leser entstehen dadurch keine Mehrkosten. Wer die vollständigen Programminhalte einsehen möchte, findet alle Angaben zu Training, Ernährung und App auf der offiziellen Seite.
Wer sich für ein solches Programm entscheidet, sollte einen praktischen Rat beherzigen: nicht in einer ohnehin überlasteten Woche starten. Die häufigste Abbruchursache bei Zehn-Wochen-Programmen ist nicht mangelnde Motivation, sondern ein Kalender, der die Einheiten von Anfang an nicht hergibt.
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